| Woldenberg ( Dobiengniew ) | |||
![]() Im Kriegsjahr 1942 wurden Mütter, aus dem Ruhrgebiet, mit ihren Kinder in andere kriegsruhige Landesteile des Deutschen Reiches umgesiedelt. Wir, meine Mutter und mein Bruder Erich, kamen im Herbst 1942 nach Woldenberg, Neumark, Pommern. Unser Domizil war eine Wohnung im ersten Geschoß des Hauses Am Hohen Tor 3. Der Besitzer des Hauses hatte im Erdgeschoß einen Zigaretten- und Tabakladen. Das Haus stand im Bild oben Mitte (roter Kreis), wo sich ein dreieckiger Bereich abzeichnet. An der Stelle ist jetzt ein Wohnblock zu sehen. Ich war gerade in Bochum eingeschult worden als wir umziehen mussten. Hier, in Woldenberg, besuchte ich dann die Schule, bis auf ein paar Wochen, bis zum Jahresende 1944. Umzug in eine Baracke des Gefangenenlagers Stalag II C war angesagt, weil das Schulgebäude als Lazarett für die deutsche Wehrmacht gebraucht wurde. Am Ende der Weihnachtsschulferien 1945, mein Vater, Soldat an der Ostfront, war noch auf Weihnachtsurlaub bei uns. Zwei Tage nach seiner Abreise zur Ostfront am 07.01.1945 war auch für uns der Zeitpunkt gekommen zu versuchen mit der Reichsbahn Bochum zu erreichen. Was sich als sehr schwierig gestaltete weil die Züge überfüllt oder reserviert waren um Soldaten zu transportieren. Meine Mutter hat in weiser Voraussicht aus dem Zigarettenladen zwei Koffer voll Zigaretten mitgenommen, die uns sehr geholfen haben Hilfe zu bekommen. Die Reise dauerte mehrere Tage und ging über Stargard, Stettin, Pasewalk, nach Anklam, wo wir eine neue Bleibe bekommen sollten. Mein Bruder hatte sich auf dieser Reise eine Lungenentzündung zugezogen, was ja auch kein Wunder war da die Züge oft kein Scheiben mehr in den Fenstern hatten, wir auch Tage auf zugigen Bahnsteigen verbrachten oder in offenen Güterwagen transportiert wurden. In einem Stuhllager, Bahnhof Stettin, wo wir auf den umgedrehten Stühlen uns aufhalten mussten, hatte sich die Lungenentzündung meines Bruders stark verschlechtert. Nur mit Hilfe der Zigaretten und eines Oberstabsarztes konnte mein Bruder stabilisiert werden und überlebte. In Anklam angekommen, hieß es alles wieder rein in die offenen Güterwagen Anklam ist überfüllt, weiter ging es nach Greifswald. Hier bekamen wir ein Strohlager und die erste warme Mahlzeit in der Aula der Hermann-Löns-Schule. Nach einigen Tagen wurden wir auf die umliegenden Dörfer verteilt. Wir kamen nach Willershusen, Griebenow, einem ca. 30 Seelendorf, bei dem Bauer Wendt unter, auf ein kleines Zimmer im Dachgeschoß. |
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![]() Am hohen Tor 1940 |
![]() Am hohen Tor 1991 |
![]() Stadtmauer 1943 |
![]() Stadtmauer 1991 |
![]() St. Marien Kirche 1991 |
![]() Am See 1991 |
![]() Meine Eltern |
![]() Meine Schule |
| Hier noch ein klein wenig Geschichte und Erinnerungen von K.H.Dittberner, Dipl. Ing. | |||
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